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Titelbild - Hochwasserschutz
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Bad Salzdetfurth nach dem Hochwasser Juli 2017

Hochwasserschutz

Im Juli 2017 wurde Bad Salzdetfurth von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht. Niederschläge von bis zu 220 l/qm innerhalb von drei Tagen ließen Alme, Riehe, Lamme und Innerste auf bisher uner-reichte Pegelstände anschwellen. Zehn von dreizehn Ortsteilen des Stadtgebietes waren vom Hochwasser betroffen. Die Fluten haben Schäden an Privateigentum, Gewerbebetrieben und kommunaler Infrastruktur in Millionenhöhe verursacht.

In der Ratssitzung am 14. September 2017 wurde umfassend über den Ablauf der Ereignisse vom 24. bis 30. Juli 2017 berichtet.
In der Sitzung wurden sowohl über die wesentlichen Merkmale des Einsatzes sowie über bisher erfolgte und künftige Hochwasserschutz-maßnahmen referiert. Auch die kurzfristig geplanten Unterhaltungs-maßnahmen der Stadt Bad Salzdetfurth wurden vorgestellt. Im Button "Dokumente" stehen die Präsentationen aus der Ratssitzung zum Download bereit.

Für Auskünfte, Informationen aber auch für Anregungen und Hinweise finden Sie oben rechts eine Kontaktadresse.

Unter den folgenden Überschriften sind umfassende Informationen rund um das Thema "Hochwasserschutz" aufgeführt.

Hilfen des Landes Niedersachsen

Unmittelbar nach den Unwettern im Juli und August hat das Land Niedersachsen für geschädigte Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen insgesamt 50 Millionen Euro an finanziellen Hilfen bereitgestellt.

In einem ersten Schritt wurde eine Soforthilfe für betroffene Privathaushalte gewährt. Jetzt hat das Land weitere finanzielle Hilfen freigegeben. Im grünen Button rechts unter "DOKUMENTE" stehen alle Informationen, Anträge und Richtlinien zum Download zur Verfügung.

Für private Haushalte werden nun auch gefördert:

  • Instandsetzung von Gebäudeschäden sowie die Reparatur oder Wiederbeschaffung von Hausratsgegenständen für private Haushalte

Anträge von privaten Haushalten können ab sofort über die Stadt Bad Salzdetfurth und den Landkreis Hildesheim gestellt werden. Bewilligungsstelle für die finanziellen Hilfen ist die Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank) in Hannover.

Schäden am Gebäude:
  • Bei geringfügigen Schäden an Gebäuden kann eine Pauschale beantragt werden.
  • Bei größeren Schäden ist eine Beurteilung durch Vorlage eines Gutachtens zwingend erforderlich.
    Dann können bis zu 80% des Schadens gefördert werden.
  • Sind die Gebäudeschäden bereits beseitigt worden, reicht eine Bestätigung des ausführenden Handwerkers aus.
    Für die Schadensregulierung nach Herausgabe der Richtlinie (29.09.2017) ist eine Begutachtung (z.B. durch Katasterämter, eingetragene Architekt/-innen, Ingenieur/-in, amtlich vereidigten Bauschätzer/-innen) einzuholen.
  • Die Kosten der Begutachtung sind der Schadenssumme hinzuzurechnen.

Zu den Schäden an Gebäuden gehören unter anderem:

  • Schäden an Heizungsanlagen
  • sonstige, fest mit dem Gebäude verbundenen Gegenstände,
    zum Beispiel: Parkettfußboden, Laminat u.ä.
  • Kosten für Trocknung, Abriss- und Aufräumarbeiten

Hausratschäden:

Hierfür werden grundsätzlich pauschalierte Leistungen gewährt.
Die in der Richtlinie aufgeführten Beträge gelten für eine Erneuerung oder Reparatur eines vollständigen Haushaltes. Sind nur Teile des Hausrates vom Hochwasser zerstört, wird ein Abschlag auf die Pauschale vorgenommen.

Dem Antrag ist hierzu eine Aufstellung über die tatsächlich entstandenen Schäden beizulegen.

Versicherungsschutz:

Bereits erhaltene Versicherungsleistungen sind im Antrag anzugeben.

Bestand bisher kein Versicherungsschutz, ist für die Zukunft zwingend folgendes nachzuweisen:

  • Nachweis einer künftigen Elementarschaden-Versicherung oder
  • Nachweis, dass eine Elementarschaden-Versicherung nicht möglich ist
  • Gegebenenfalls Nachweis, dass der Versicherungsabschluss wirtschaftlich nicht vertretbar ist

Ein Versicherungsschutz gegen Elementarschäden gilt als wirtschaftlich nicht vertretbar, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen der im Haushalt lebenden Personen folgende Grenzen unterschreitet:

Gefährdungs-
klasse (ZÜRS)

Einpersonen-
haushalt
Zweipersonen-
haushalt
Für jede weitere
im Haushalt
lebende Person
1-3 25.500€ 34.500€ 4.500€
4 34.000€ 46.000€ 6.000€

Der entstandene Schaden muss mindestens 500€ betragen.

Der Antrag kann bis zum 31.03.2018 gestellt werden.

Alle bereits erhaltenen Unterstützungsleistungen (Versicherungsleistungen, Spenden, Soforthilfe des Landes) sind anzugeben.

Es empfiehlt sich, für alle entstandenen Schäden eigene Aufstellungen sowie – soweit vorhanden – Fotos vom Hochwasserereignis beizufügen.

Für Rückfragen und zur Antragsabgabe stehen in der Stadtverwaltung folgende Ansprechpartnerinnen zur Verfügung:

  • Michelle Pape, Zimmer 205, Telefon: 05063/999-104
  • Petra Briehl, Zimmer 204, Telefon: 05063/999-101
  • Birgit Ziemann, Zimmer 205, Telefon: 05063/999-102

Die Anträge werden über den Landkreis Hildesheim an die NBank weitergeleitet. Die Antragsabgabe kann auch direkt über den Landkreis Hildesheim erfolgen.

Hochwasserhilfe für Schäden bei Unternehmen und Angehörigen freier Berufe

Die Hochwasserhilfe für verursachte Schäden bei Unternehmen und Angehörigen freier Berufe wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss bis max. 50% der Schadenssumme gewährt. Die Anträge sind bis zum 30.06.2018 bei der NBank zu stellen. Allgemeine Informationen, Antrag und Richtlinie stehen rechts im grünen Button "DOKUMENTE" zum Download zur Verfügung.

Veranstaltung zur Hochwasserhilfe für Unternehmen am 21. November

Seit kurzem ist das Förderprogramm „Hochwasserhilfe für Unternehmen“ des Landes Niedersachsen rechtskräftig. Betriebe, die in der Zeit vom 24. Juli bis zum 4. August diesen Jahres an Gebäude, Ausrüstung, Maschinen oder Lagerbeständen einen Hochwasserschaden erlitten haben, können einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent für die Beseitigung der Schäden erhalten. Dies gilt grundsätzlich auch rückwirkend für Maßnahmen und Ersatzinvestitionen, die seit dem Hochwasser  bereits durchgeführt und abgeschlossen worden sind. Anträge können alle Unternehmen bzw. Einrichtungen mit wirtschaftlichen Tätigkeiten stellen. Dazu gehören auch Freie Berufe und Vereine, die wirtschaftlich tätig sind. Eine Ent-schädigung von durch das Hochwasser entstandenen Umsatzausfällen ist dabei leider nicht möglich.

Anträge müssen online bei der Investitions- und Förderbank Nieder-sachsen (NBank) gestellt werden. Das Land und die NBank bemühen sich, die Antragstellung so flexibel und unbürokratisch wie möglich zu organisieren. Gegenüber herkömmlichen Förderprogrammen gelten hier erleichterte Bedingungen. Dennoch sind auch bei diesem Programm eine Reihe von Regeln unbedingt zu beachten, um die Förderfähigkeit nicht zu gefährden oder eine Rückforderung zu riskieren.

Um die Fragen der geschädigten Unternehmen zu beantworten, veran-stalten die Stadt Bad Salzdetfurth, die NBank, das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser und die Wirtschaftsförderungs-gesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH am 21. November 2017 von 18 bis ca. 19 Uhr im Rathaus Bad Salzdetfurth eine Informations-veranstaltung.

Alle interessierten Unternehmen sind herzlich einladen, werden aber gebeten, sich bis zum 16. November 2017 per E-Mail bei Herrn Kreipe (kreipe@hi-reg.de) anzumelden.

Auch außerhalb dieser Veranstaltung beantwortet die HI-REG gerne Fragen zur Antragstellung, damit die Unternehmen auch tatsächlich an das Geld kommen, das Ihnen in dieser kritischen Phase eine wichtige Hilfe sein soll. Beachtet werden müssen zum Beispiel Regeln bei der Vergabe von Aufträgen und bei der Einholung einer externen Stellungnahme durch eine Kammer. Auch für die Berechnung des Zeitwerts von Anlagevermögen und den Umgang mit weiteren Hilfeleistungen (Versicherungszahlungen, Spenden) sind die Bestimmungen des Landes zu beachten.

Hochwasserhilfen für die Land- und Forstwirtschaft

Die Richtlinie für die Land- und Forstwirtschaft befindet sich noch in der Abstimmung und wird voraussichtlich Anfang November in Kraft treten.

(Stand: Oktober 2017)

Technischer Hochwasserschutz im Nordraum: Detfurth, Wesseln, Klein Düngen, Groß Düngen, Heinde, Hockeln

Ortsteil Hockeln:

Der Deichbaumaßnahme im Bereich Heersum ist in Kürze abgeschlossen. Die Baumaßnahme im Bereich Hockeln ist planfestgestellt. Baubeginn für die Spundwände Hockeln ist für Anfang 2018 geplant.
(Stand: Oktober 2017)

Ortsteil Klein Düngen:

Vorbehaltlich der Zustimmung aller beteiligten Grundstückseigentümer sind im Ortsteil Klein Düngen kurzfristige innerörtliche Schutz-maßnahmen geplant.
Sollte hierzu keine Einigung erfolgen, werden auch diese Maßnahmen durch das nachfolgende Planfeststellungs-verfahren geregelt.

Der Landkreis Hildesheim wird im Jahr 2018 mit dem Planfeststellungs-verfahren (Klein Düngen und Groß Düngen) beginnen. Dieses Verfahren dauert mindestens sechs Monate - auch hier vorbehaltlich der Zustimmung aller Beteiligten.
Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen durch Deiche, Schutzmauern und Binnenentwässerung ist für 2019/2020 geplant.
(Stand: Oktober 2017)

Ortsteil Groß Düngen

Der Landkreis Hildesheim wird im Jahr 2018 mit dem Planfestellungs-verahren Klein Düngen und Groß Düngen beginnen. Dieses Verfahren dauert mindestens sechs Monate - vorbehaltlich der Zustimmung aller Beteiligten.
 

Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen durch Deiche, Schutzmauern und Binnenentwässerung erfolgt dann in den Jahren 2019/2020.
(Stand: Oktober 2017)

Ortsteil Heinde:

Im Bereich des Mühlenwegs werden sogenannte Verwallungen von den Grundstückseigentümern selbst gebaut. Die Sicherung innerhalb des Straßenverlaufs erfolgt in Form einer mobilen Hochwasserschutzeinrichtung und wird von der Stadt Bad Salzdetfurth übernommen. Da ein entsprechender Retentionsraum in Richtung Listringen geschaffen wurden, können diese Maßnahmen nun umgesetzt werden.
(Stand: Oktober 2017)

Im Bereich Wulfeskuhle erfolgt die Entwässerung der landwirt-schaftlichen Flächen und der Zentraldeponie Heinde über einen Bachlauf, der in einen städtischen Graben mündet. In diesem Bereich kommt es immer wieder zu Überschwemmungen. Aufgrund der Beteiligung der Zentraldeponie und des Realverbandes unterstützt der Landkreis Hildesheim als Untere Wasserbehörde die Planungen. Die Regulierung soll durch mehrere Staustufen bzw. kleinere Rückhalte-becken erfolgen. Vorbehaltlich der Einwilligung aller Grundstücks-eigentümer kann die Umsetzung kurzfristig begonnen werden.  
(Stand: Oktober 2017)

Ortsteil Detfurth:

Für den Bereich "Gehlenbach" wurden Vermessungen und hydraulische Berechnungen sowie eine Vorplanung durchgeführt. Ein fertiges Konzept wird bis zum Jahresende vorgelegt. Auch hier kann die erforderliche Maßnahme  - vorbehaltlich der Zustimmung aller Beteiligten - im Jahr 2018 umgesetzt werden.
(Stand: Oktober 2017)

Technischer Hochwasserschutz im Südraum:
Breinum, Östrum, Wehrstedt, Bad Salzdetfurth

Ortsteile Breinum und Östrum:

Die künftigen Schutzmaßnahmen können nur in Kooperation mit den Gemeinden Lamspringe und Sibbesse geplant werden, da die Oberläufe von Alme, Riehe und Lamme von entscheidender Bedeutung sind. Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Hildesheim übernimmt feder-führend die Leitung für diese Hochwasserpartnerschaft.
Zum Hochwasserschutz Alme, Riehe und Lamme wurden bereits Voruntersuchungen erstellt. Das Konzept für den technischen Hochwasserschutz wird bis zum Endes des Jahres 2017 vorgelegt. Aufgrund der gemeindeübergreifenden Betrachtung ist ein Planfest-stellungsverfahren zwingend erforderlich. Das Planfeststellungsverahren wird 2018 durchgeführt. 

Die Schutzmaßnahmen für Hochwasserrückhaltebecken, Deiche und Binnenentwässerung sollen 2019 bis 2022 umgesetzt werden.
(Stand: Oktober 2017)

Unterhaltungsmaßnahmen

An Innerste, Lamme, Riehe, Alme und allen weiteren Nebengewässern erfolgt eine Gewässerschau um weitere Unterhaltungsmaßnahmen und Ausholzungen festzulegen.

(Stand: Oktober 2017)

Weitere Hochwasserschutzmaßnahmen

Die Stadt Bad Salzdetfurth plant folgende Maßnahmen:

  • Ankauf einer Sandsackfüllstation
  • Einrichtung dezentraler Sandsackdepots
  • Anpassung der Ausstattung der Ortsfeuerwehren

Weiterhin werden gemeinsam mit dem Amt für Katastrophenschutz des Landkreises Hildesheim alternative mobile Schutzmaßnahmen (Schutzwälle u.ä.) in Augenschein genommen.

Hinweise zum Selbstschutz

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe - Download hier.