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Information für die Bürgerinnen und Bürger - Neubau eines Rathauses für Bad Salzdetfurth

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 17.03.2026 mit großer Mehrheit einen Grundsatzbeschluss zum Neubau eines Rathauses an anderer Stelle gefasst. Dies geschah nach einem langen Abwägungsprozess, ob das Bestandsgebäude sanierbar ist. Damit ist nun der Auftakt beschlossen zu einer Reihe weiterer, in öffentlicher Sitzung zu treffende Entscheidungen. Diese werden die komplette Bauleitplanung für die Nachnutzung des bisherigen Grundstücks, des noch zu beurteilenden neuen Standorts sowie die Dimensionierung und Gestaltung des Gebäudes selbst umfassen.

Bürgermeister Björn Gryschka: „Ich freue mich, dass Rat und Verwaltung hier in einem über 15 Jahre währenden Prozess nun einen wichtigen Meilenstein erreicht haben. Bürgerinnen und Bürger vermissen zu Recht die heute übliche transparente Gestaltung, Barrierefreiheit und Funktionalität. Das bisherige Rathaus, vor fast 100 Jahren als Realschule errichtet, weist eklatante technische und strukturelle Mängel auf und wird auch den Anforderungen an moderne Arbeitsplätze nicht mehr gerecht. Deshalb freut mich die Entscheidung des Rates auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Die Verwaltung wird unverzüglich die Arbeit aufnehmen, um die Standortfrage an zentraler Stelle und die Gestaltung des neuen Rathauses mit bedarfsgerechten und zukunftsfähigen Raumkonzepten zu klären. Ein Fokus liegt dabei auf einem nachhaltigen Konzept sowohl für den Neubau als auch die bisherige Örtlichkeit, deren städtebaulicher Wert aus Sicht von Rat und Verwaltung sinnvoll zu erhalten ist. Die Öffentlichkeit wird durch regelmäßige Information in den verschiedenen Planungsstadien eingebunden.

Geschichte des Gebäudes

Das Gebäude wurde in den 1920er Jahren als Realschule errichtet. Ende der 1970er Jahre zog die Realschule in den heutigen IGS-Standort am Birkenweg. Daraufhin wurden die Klassenräume zu Büros umgebaut und ein Aufzug an einem zweiten Eingang integriert. Einzelne Gebäudeelemente wie die heute noch vorhandenen Kunststofffenster wurden später erneuert. Nicht investiert wurde z. B. in die zentrale Toilettenanlage im Keller, die noch immer den Zustand aus den 60er Jah-ren aufweist. Seit 1979 ist die Stadtverwaltung nicht mehr im ursprünglichen Rathaus am St. Georgs-Platz, sondern in der ehemaligen Realschule in der Oberstraße untergebracht.

Langer Weg zur Entscheidung

Die jetzige Entscheidung des Rates wurde erstmals bei einer grundlegenden Immobilienklausur im Jahr 2019 thematisiert. Zahlreiche Immobilien der Stadt hatten damals Erneuerungsbedarf. Es wurde beschlossen, zunächst Feuerwehrhäuser, Schulen und die Kita Heinde zu sanieren bzw. neu zu bauen und das Rathaus zurückzustellen. Nachdem nun diese Bauprojekte alle in der Realisierung sind, rückt das Rathaus wieder in den Fokus.

Konkrete Bauschäden

Im Jahr 2023 wurde das Bestandsgebäude gründlich untersucht, einschließlich Bauteilöffnungen und Schadstoffproben. Dabei stellte sich insbesondere beim baulichen Brandschutz heraus, dass aus der Betreiberverantwortung heraus Handlungsbedarf gegeben ist. Somit war der Prozess, das Rathaus zu sanieren oder ein neues zu bauen, zwingend wieder aufzugreifen. In einer Arbeitsgruppe wurden die Vor- und Nachteile von Sanierung im Bestand oder Neubau unter baulichen und finanziellen Gesichtspunkten auf Basis einer Machbarkeitsstudie intensiv abgewogen.

Einige konkrete Bauschäden:

  • Sitzungsräume und Flur im Kellergeschoss weisen Feuchtigkeitsschäden auf
  • Damen- und Herrentoilette im Kellergeschoss sind technisch auf einem stark veralteten Stand (Zustand der 60er Jahre)
  • Aufzugsanlage: nicht mehr Stand der Technik, Ersatzteile schwer zu be-schaffen, Ausfallsicherheit nicht mehr gegeben
  • Dach ist alt und ungedämmt
  • Außenfassade: Abplatzender Putz, fehlende Wärmedämmung
  • Diverse Brandschutzmängel: Zweiter baulicher Fluchtweg und Brandschutz-decken fehlen
  • Heiztechnik: Hohe Energiekosten wegen schlechter Dämmung, niedriger Wirkungsgrad, fossiler Energieträger
  • Elektrische Anlage technisch veraltet, teils defekt (Beleuchtung, Verteilun-gen, Datennetz EDV, Klimatisierung EDV)
  • Innen- und Außentüren sind teilweise verschlissen oder defekt
  • Wassernetz stark veraltet
  • Fußbodenbelag stark verschlissen und löst sich teilweise


Beschränkungen im Verwaltungsalltag

Die Verwendbarkeit des Rathauses stößt mittlerweile sehr konkret an Grenzen: So ist die gesamte elektrische Anlage mit einem Veränderungsverbot belegt. Eine Wallbox für den elektrischen Dienstwagen konnte deshalb nicht installiert werden. Sollte die 20 Jahre alte Zentralheizung auszutauschen sein, könnte nicht einfach eine Luft-Wärmepumpe eingebaut werden, schon gar nicht ohne zusätzliche Däm-mung des Baukörpers. Schließlich kann die EDV-Anlage nicht mehr adäquat ausge-baut werden, weil die elektrische Leistungsfähigkeit fehlt.