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Hochwasserschutz an Alme und Riehe - ein langer Weg

Die Gemeinden Lamspringe und Sibbesse sowie die Stadt Bad Salzdetfurth eint der Wunsch, ihre Bürgerinnen und Bürger bestmöglich vor dem Hochwasser der Alme und der Riehe zu schützen. Beide Wasserläufe, im Normalfall nur unscheinbare Rinnsale, haben zuletzt 2017 und 2023 gezeigt, zu welchen Ausuferungen sie fähig sind. Die Ortschaften Sehlem, Segeste, Almstedt, Breinum und Östrum liegen direkt an den Läufen, Bad Salzdetfurth mit seiner engen Bebauung schließt sich wenige Kilometer nördlich an.

„Seit 2018 plant der Landkreis Hildesheim federführend zusammen mit den drei betroffenen Gemeinden ein Hochwassermanagement für den Gesamtbereich. Die komplexen Planungen von sechs Rückhaltebecken und einem sogenannten „Umfluter“ im Bereich Östrum erforderten z. B. sogar die Unterstützung der Technischen Universität Braunschweig“, erläutern die drei Bürgermeister Humbert, Köhler und Gryschka die Entwicklung. „Seit 2025 ist die Planung der Leistungsphase 2 abgeschlossen und wäre in der nun anstehenden Entwurfs- und Genehmigungsplanung weiter umsetzbar.“

Allerdings hat sich herausgestellt, dass die berechneten Standorte und die Größe der Becken noch optimiert werden müssen, indem beispielsweise Becken größer und dadurch andere gegebenenfalls verzichtbar werden. Schließlich müssen die drei Gemeinden in der späteren Bauphase ganz erhebliche Investitionen stemmen.

Hier liegt nach Ansicht der drei Bürgermeister auch ein entscheidender Knackpunkt: „Wir sind bei einem Volumen, das voraussichtlich einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen wird, zwingend auf Fördermittel des Landes Niedersachsen angewiesen. Selbst mit einer üblichen Förderung von 70 % verbleiben für unsere Gemeinden jeweils noch Millionenbeträge, die letztlich unsere Bürgerinnen und Bürger aufbringen müssen. Wir können auch nicht verkennen, dass die Konkurrenz um die Mittel durch die Folgen des Klimawandels insgesamt erheblich größer geworden ist. Hier bleibt uns nur der Appell an das Land, die Fördertöpfe für Hochwasserschutz auch für nachhaltige Maßnahmen im Binnenland auskömmlich zu gestalten.“

Die Bürgermeister hoffen darauf, nach Vorlage der Plangenehmigung dann nach und nach die Förderung der Schutzbauwerke beantragen und realisieren zu können. „Allerdings wird es noch Jahre dauern, bis die Bauphase beginnt und die Schutzbauwerke entsprechend ihre abgestimmte Wirkung entfalten. Wir appellieren deshalb an unsere Bürger, die Eigenvorsorge nicht zu vernachlässigen und ihr Eigentum auch mit eigenem Engagement besser zu schützen, wie es viele in den letzten Jahren durch z. B. Schottanlagen vor Türen und Fenstern bereits getan haben.“

Für die Vorbereitung der Bauten konnten parallel zur Planung immerhin bereits konkrete Fortschritte erzielt werden. Seit 2024 läuft ein Flurbereinigungsverfahren, um Wege und Flächenzuschnitte zu ändern und die benötigten Flächen für die Rückhaltebecken bereitzustellen. Hierzu soll ein Flächenpool gebildet werden, aus dem dann Ausgleichsflächen für betroffene Landwirte bereitgestellt werden können. Eine große erste Fläche wurde bereits angekauft, die Gemeinden sind für die spätere Umsetzung aber auf weitere Flächenangebote im Bereich Alme-Riehe angewiesen.